Reitturnier Niederbergheim Panorama

RV Haar-Möhne · Niederbergheim im Möhnetal

Über das Turnier
am Loagshof

Seit 1994 veranstaltet der Zucht-, Reit- und Fahrverein Haar-Möhne jedes Frühjahr ein Springturnier am Loagshof in Niederbergheim. Was mit zwölf Teilnehmern begann, zieht heute Reiter aus der gesamten Region an.

Vereinsgründung
1950
Erstes S-Springen
1996
Rekord Nennungen
1.300
Eintritt
Frei
75+Jahre Vereinsgeschichte
30+Turnierjahre am Loagshof
S*Höchste Prüfungsklasse
bis 50Ehrenamtliche Helfer
FreiEintritt – immer

Geschichte

Von zwölf Startern
zum Turnier mit Flair

Es war kein großer Auftakt. 1994 nahm der RV Haar-Möhne sein Reit- und Springturnier nach dreijähriger Pause wieder auf – mit zwölf Teilnehmern beim ersten M-Springen auf dem Tuntzerplatz in Niederbergheim. Im Jahr darauf waren es schon über 1.150 Starts und zehn Fallschirmspringer des FC Lipperland, die aus 4.700 Metern Höhe auf die Abreitwiese landeten – das Turnier hatte seinen ersten Aufreger.

1996 folgte der nächste Schritt: das erste S-Springen in Niederbergheim. 65 Nennungen, Hindernisse bis 1,45 Meter, 5.000 DM Preisgeld der Warsteiner Brauerei. Für das Gesamtturnier kamen 550 Pferde mit über 1.100 Nennungen. „Es hat sich herumgesprochen, dass unser Springplatz hier absolute Spitzenklasse ist“, sagte Hubertus Droste. An beiden Tagen: 50 Helfer. Der neue Parcours war komplett in Eigenarbeit entstanden.

Bewährungsproben

2001 drohte die Maul- und Klauenseuche das Turnier zu Fall zu bringen. Der Verein entschied sich durchzuführen. Das Ergebnis: über 1.000 Nennungen, 460 Pferde, Reiter aus Deutschland und der Schweiz – und das Urteil des Landeskommissars Karl-Friedrich Junker: „Das Turnier hier in Niederbergheim ist eines der besten in ganz Westfalen.“

2003 kamen Reiter aus Belgien, Holland und Bulgarien – Gesamtpreisgeld: 30.000 Euro. Parcoursbauer Peter Kemper: „Man sieht gleich, dass das erste Bundesliga ist.“ 2006 fegte eine Windhose über den Parcours und warf Hindernisse um. Das Turnier lief weiter. Abends feierte man im Schafstall – mit über 300 Gästen. Das Urteil eines Richters: „Es ist zwar kein besonders großes Turnier, dafür aber ein Turnier mit Flair.“

„Ich war sehr angenehm überrascht – zum ersten Mal hier. Es herrscht eine total freundliche Atmosphäre. Besonders interessant ist, welche tollen Parcours man auf dem relativ kleinen Platz mit dem hervorragenden Boden aufbauen kann.“

Sönke Sönksen · Olympia-Silbermedaillengewinner Montreal 1976 · Wertungsrichter 2009

Das Rekordjahr und was danach kam

2008 brachte erstmals eine Amazone den Sieg im Großen Preis – Martina Wrede auf „Romeo“, in 53,77 Sekunden. Im selben Jahr: erster Sponsorenempfang auf der Anlage. Droste zog Bilanz: „Nach der Warsteiner Champions Trophy ist unser Turnier die Sportveranstaltung mit dem meisten Zuschauerinteresse in Warstein.“

2009 übertraf sich das Turnier selbst: 1.300 Nennungen – Rekord bis heute. Vier Turniertage statt drei. Olympia-Silbermedaillengewinner Sönke Sönksen richtete. 2011 entschied der Verein, das Turnier zu straffen: reines Springturnier, drei statt vier Tage. Rund 95 Prozent der gemeldeten Reiter traten tatsächlich an.

Die Stille und die Rückkehr

2020 war Stille. Die Corona-Pandemie zwang den Verein, das für das 70-jährige Vereinsjubiläum geplante Turnier abzusagen. „Es gibt Dinge, die wichtiger sind als Sportveranstaltungen.“ 2022 kehrte das Turnier zurück. Sebastian Holtgräve-Osthues gewann den Großen Preis – zehn Jahre nach seinem ersten Sieg, auf demselben Platz. Der einzige Doppelsieger in der Geschichte des Turniers.

2025: 75 Jahre RFV Haar-Möhne. Erstmals drei S-Springen an einem Wochenende. Der Festball ausverkauft – Wochen im Voraus. Den Großen Preis gewann Laura Rochell. Hubertus Droste, seit 1994 das Gesicht des Turniers, übergab nach über drei Jahrzehnten den Vereinsvorsitz an seinen Bruder Reinhold Droste und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Verena Wirth: „Es ist eine Veranstaltung, die mit viel Herzblut organisiert wird.“

Das Fundament

Der Boden –
das stille Versprechen

In Reiterkreisen hat es sich herumgesprochen: Der Springplatz am Loagshof läuft. Auch wenn es regnet. Auch wenn es tagelang geregnet hat. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Pflege – und des Stremmer Sands, der als Untergrund gewählt wurde.

Die Familie Langeneke, die den Loagshof bewirtschaftet, sorgt für die perfekte Vorbereitung: wochenlange Bewässerung im trockenen Frühjahr, Treckeinsatz in den Prüfungspausen. 2003 – Sturzregen, der Platz läuft. 2006 – orkanartige Böen, das Turnier geht durch. 2010 – Dauerregen, „ganz, ganz wenige Ausfälle“. 2025 – „Wir mussten Wasser fahren ohne Ende“ – und das Turnier lief.

Die Parcours haben ihren Anteil am Ruf des Turniers. Jahr für Jahr werden Strecken gebaut, die anspruchsvoll genug sind, um wenige fehlerfreie Ritte zu produzieren – und fair genug, um ausnahmslos gelobt zu werden.

Stremmer Sand

Turnierplatz 45 × 65 m, vergrößerter Außenvorbereitungsplatz 30 × 55 m – beide mit Stremmer Sand. Der Untergrund, der das Turnier durch Dauerregen-Wochenenden in 2003, 2006, 2010 und 2025 getragen hat. Jahrelang gepflegt von der Familie Langeneke.

Idyllisch im Möhnetal

Eingebettet in die Hügellandschaft des Möhnetals – der Loagshof ist kein Turnierparcours, sondern ein Zuhause.

Livestream via Rimondo

Seit 2024: jeder Ritt wird live gestreamt und dauerhaft archiviert. LED-Wand auf dem gesamten Gelände. Das Turnier kommt zu dir – auch wenn du nicht vor Ort sein kannst.

Stimmen zum Turnier

Was Reiter, Richter und Parcoursbauer sagen

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    Ich war sehr angenehm überrascht – zum ersten Mal hier. Es herrscht eine total freundliche Atmosphäre. Besonders interessant ist, welche tollen Parcours man auf dem relativ kleinen Platz mit dem hervorragenden Boden aufbauen kann.

    Sönke SönksenOlympia-Silbermedaillengewinner Montreal 1976 · Wertungsrichter 2009
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    Das Turnier hier in Niederbergheim ist eines der besten in ganz Westfalen.

    Karl-Friedrich JunkerVertreter der Landeskommission Nordrhein-Westfalen · 2001
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    Es ist zwar kein besonders großes Turnier, dafür aber ein Turnier mit Flair.

    Wertungsrichter beim Erstbesuch2006, beim ersten Besuch der Anlage
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    Gerne kommen lohnt sich – es ist ein Turnier, das liebevoll veranstaltet ist und mit Blick fürs Detail.

    Kathrin MüllerSiegerin Großer Preis 2016 · ZRFV Voßwinkel

Meilensteine

Von zwölf Startern zu über 1.300 Nennungen

1994

Neustart

Das Turnier kehrt zurück

Nach dreijähriger Pause: Rückkehr auf dem Tuntzerplatz. Zwölf Starter beim ersten M-Springen, Lob von allen Seiten. Hubertus Droste übernimmt die Turnierleitung.

1995

1.150 Starts – und zehn Fallschirmspringer

Das Starterfeld wächst sprunghaft auf über 80 Nennungen. Als Highlight: zehn Mitglieder des FC Lipperland springen aus 4.700 Metern auf die Abreitwiese.

1996

Premiere

Das erste S-Springen – 550 Pferde, 1.100 Nennungen

65 Nennungen, Hindernishöhen bis 1,45 m, 5.000 DM Preisgeld. Walter Lutter (ZRFV Neheim-Hüsten) auf „Lontica“ ist der erste S-Sieger. Der neue Parcours wurde komplett in Eigenarbeit erstellt. An beiden Tagen: 50 Helfer.

2000

Jubiläum

50 Jahre RV Haar-Möhne – drei Turniertage

Rund 600 Pferde, ca. 1.200 Starts, erstmals drei Turniertage. Preisgeld beim Großen Preis: 10.000 D-Mark. Rund 50 Helfer stemmen das Turnier.

2001

MKS-Krise, trotzdem Turnier – Junker-Urteil

Maul- und Klauenseuche bedroht das Turnier. Droste entscheidet sich für die Durchführung: über 1.000 Nennungen, 460 Pferde. Landesrichter Junker: „Das Turnier hier in Niederbergheim ist eines der besten in ganz Westfalen.“

2001

Gudrun Hackel – Deutsche Vizemeisterin

Die Niederbergheimer Pächterin Gudrun Hackel sichert sich bei den Titelkämpfen in Balve-Wocklum den Titel der Deutschen Vizemeisterin im Springreiten – hauchdünn geschlagen auf „Placido“.

2003

International, 30.000 Euro, Bundesliga-Urteil

Reiter aus Belgien, Holland und Bulgarien. Gesamtpreisgeld: 30.000 Euro. Parcoursbauer Peter Kemper: „Man sieht gleich, dass das erste Bundesliga ist.“ Christian Slawinski gewinnt den Großen Preis.

2006

1.100+ Nennungen – Windhose, Party, Sieg

Orkanartige Böen am Samstag, Hindernisse stürzen um. Das Turnier geht weiter. Über 300 Gäste feiern abends im Schafstall. Pollmann-Schweckhorst gewinnt wieder – diesmal mit „Paparazzi“.

2008

Erste Amazone siegt – Kutsche als Siegerehrung

Martina Wrede gewinnt als erste Amazone den Großen Preis auf „Romeo“ in 53,77 Sekunden. Für die Siegerehrung fährt Karl-Heinz Schremmer mit seinem Vierspänner in den Parcours.

2009

Rekord

1.300 Nennungen – vier Turniertage

Das Rekord-Meldeergebnis aller Zeiten: rund 1.300 Nennungen. Olympia-Silbermedaillengewinner Sönke Sönksen richtet. Friedrich-Wilhelm Koller gewinnt den Großen Preis mit „Casablanka“.

2010

Dauerregen, stabiler Boden, Bundesliga-Fazit

Nahezu ununterbrochener Regen an den ersten beiden Turniertagen – der Stremmer Sand hält stand. Axel Berenbrinker gewinnt den Großen Preis mit „Lenz“.

2011

Fokus: reines Springturnier, drei Tage

Erstmals nur Springprüfungen, keine Dressur. Drei statt vier Turniertage. Rund 95 Prozent der gemeldeten Reiter traten tatsächlich an.

2017

40 Jahre Warsteiner – Dank und Blumenstrauß

Droste dankt der Warsteiner Brauerei öffentlich für vier Jahrzehnte Partnerschaft. Elisabeth „Püppi“ Kruse siegt mit „Casalls Eskada“.

2019

Droste: Das 40. Turnier

Frank Plock (RFV Borken) gewinnt den Großen Preis mit „Fantasie“. Hubertus Droste: „Ich habe tatsächlich mit 23 Jahren damit angefangen. Heute mache ich die Vierzig voll.“

2020

Ausfall

Das Jubiläumsturnier fällt aus

Geplant: Turnier zum 70-jährigen Vereinsbestehen. Eingetreten: Corona-Pandemie. Droste: „Es gibt Dinge, die wichtiger sind als Sportveranstaltungen.“

2022

Comeback

Rückkehr – ausverkauft vor dem ersten Start

Sebastian Holtgräve-Osthues wiederholt seinen Sieg von 2012 mit „Carpigiana“ in 31,36 Sekunden – der einzige Doppelsieger in der Geschichte des Großen Preises.

2024

LED-Wand, Livestream via Rimondo

Erstmals hochauflösende LED-Wand auf dem gesamten Gelände. Jeder Ritt wird live gestreamt und archiviert. Justus Sternschulte gewinnt den Großen Preis mit „Edwood“ in 41,10 Sekunden.

2025

Jubiläum

75 Jahre · Vorstandswechsel · Drei S-Springen

Erstmals drei S-Springen an einem Turnierwochenende. Festball Wochen vorher ausverkauft. Laura Rochell gewinnt den Großen Preis auf „Amy Blue“. Hubertus Droste tritt nach über 30 Jahren als 1. Vorsitzender zurück und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Reinhold Droste wird neuer 1. Vorsitzender.

Der Große Preis

Siegerliste

Das S-Springen mit Stechen ist seit 1996 der Höhepunkt jedes Turnierwochenendes am Loagshof – jahrzehntelang als „Großer Preis der Warsteiner Brauerei“, heute als „Großer Preis von Niederbergheim“.

JahrReiter·inPferd & Verein
1996Walter Lutter„Lontica“ · ZRFV Neheim-Hüsten
2001Alois Pollmann-Schweckhorst„Aperio“ · Warsteiner RV · 31,6 s
2003Christian SlawinskiBochumer Reiterschaft
2006Alois Pollmann-Schweckhorst„Paparazzi“ · Warsteiner RV
2008Martina Wrede„Romeo“ · ZRFV Neheim-Hüsten · 53,77 s · erste Amazone
2009Friedrich-Wilhelm Koller„Casablanka“ · ZRFV Stadthagen
2010Axel Berenbrinker„Lenz“ · RV Helleforth
2012Sebastian Holtgräve-Osthues„Conte Bellini“ · RV St. Georg Salzkotten · 43,74 s
2013Marcel Schencking„Epos“ · RV Anröchte
2016Kathrin Müller„Michel Angelo“ · ZRFV Voßwinkel · 36,61 s
2017Elisabeth „Püppi“ Kruse„Casalls Eskada“ · RV Balve
2018Stefan Leber„Call on me“ · Warsteiner RV
2019Frank Plock„Fantasie“ · RFV Borken
2022Sebastian Holtgräve-Osthues„Carpigiana“ · RPV Graf Sporck Delbrück · 31,36 s
2023Marcel Grote„Blondie KL“ · RFV Oeventrop · 39,04 s
2024Justus Sternschulte„Edwood“ · RV Kirchhofen · 41,10 s
2025Laura Rochell„Amy Blue“ · RV St. Georg Salzkotten · 41,61 s · Ehrenpreis: 3.000 € Sattel

Nächstes Turnier

Freitag bis Sonntag
am Loagshof in Niederbergheim

16. – 18. Juli 2027

Prüfungen Klasse E bis S* · Eintritt frei · Livestream via Rimondo